Wissenschaftliche Studien, Diagnoseforschung, Frühdiagnose, Neurowissenschaft
Es ist ein Phänomen, das viele Eltern autistischer Kinder kennen und das Fachleute immer wieder fasziniert: Ein Kind, das mit fünf Jahren die Funktionsweise eines Verbrennungsmotors erklären oder alle Planeten des Sonnensystems samt ihrer Monde aufzählen kann, verstummt, wenn es …
Für Eltern ist es oft eine quälende Odyssee, die Jahre dauert. Sie spüren, dass ihr Kind die Welt anders wahrnimmt, anders kommuniziert, anders fühlt. Doch vom ersten Verdacht bis zur gesicherten Autismus-Diagnose vergehen in Deutschland im Durchschnitt mehr als vier Jahre.
Wer sich heute eine Autismus-Diagnose holt, bekommt ein Kürzel in den Arztbrief: F84.0 für frühkindlichen Autismus, F84.1 für atypischen Autismus, F84.5 für das Asperger-Syndrom, F84.8 für sonstige tiefgreifende Entwicklungsstörungen, F84.9 für die nicht näher bezeichnete Form.
Wenn Eltern bemerken, dass ihr zweijähriges Kind keinen Blickkontakt sucht, nicht zeigt, was es will, und auf jede Veränderung der Routine mit Verzweiflung reagiert, suchen sie in Deutschland fast immer denselben ersten Anlaufpunkt: eine Online-Suche, gefolgt von einem Fragebogen…
Wenn eine Frau Mitte zwanzig in eine deutsche Psychiatrie kommt mit Selbstverletzung, Erschöpfung und der Geschichte zerbrochener Beziehungen, steht am Ende der Aufnahme häufig ein Diagnose-Kürzel: F60.31 — Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Wenn ein Kind in Deutschland heute die Diagnose Autismus-Spektrum-Störung erhält, ist es im Durchschnitt 6,5 Jahre alt. International gilt eine Diagnose ab dem zweiten Lebensjahr als möglich, in Hochrisiko-Studien sogar deutlich früher. Auf der 17. Wissenschaftlichen Tagung Autis…
Im Mai 2026 ist die strukturelle Erwachsenenversorgung bei Autismus in Deutschland an einem Punkt angekommen, an dem das Wort "Wartezeit" das Problem verharmlost. Wer als Erwachsener heute den Verdacht auf eine Autismus-Spektrum-Störung hat und sich an eine universitäre Spezialam…
Seit dem 23. März 2026 hat Deutschland keine gültige AWMF-Leitlinie mehr für die Autismus-Therapie.
Wenn deutsche Verbände über schulische Inklusion sprechen, blicken sie reflexhaft auf Skandinavien, die Niederlande oder Italien — Länder, in denen der Anteil von Kindern in Förderschulen unter zehn Prozent liegt. Der ehrlichere Verglei…
Zwei Jahre Wartezeit auf eine Autismus-Diagnose im Erwachsenenalter, ein Diagnosealter bei Kindern von durchschnittlich 6,5 Jahren — weit über dem internationalen Vergleich. Angesichts dieser Versorgungskrise klingen Berichte über KI-Sy…
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