Selbsthilfegruppen für autistische Menschen und Angehörige

Selbsthilfe ist einer der wirksamsten Hebel im Autismus-Spektrum: Hier treffen Menschen mit ähnlichen Lebensrealitäten aufeinander, tauschen Strategien, Erfahrungen und Mut aus. Niemand muss erklären, was er meint — die andere Seite kennt es bereits. Für autistische Erwachsene, für Eltern und für Geschwister.

Diese Seite ist Ihr Einstieg ins bundesweite Selbsthilfe-Netzwerk. Wir kuratieren keine Gruppen selbst — wir verweisen, vermitteln und filtern.

Drei Wege zu einer passenden Gruppe

1. Online-Verzeichnis filtern

In unserer Einrichtungsübersicht können Sie nach Selbsthilfegruppen filtern und nach Bundesland einschränken. Aktuell bauen wir den Filter inhaltlich aus — die ersten Gruppen sind eingetragen. Zur gefilterten Übersicht

2. Lokale Verbände & Vereine

Lokale Autismus-Vereine wie Autismus Hamburg, Autismus Berlin oder Autismus München-Oberbayern haben eigene Selbsthilfe-Programme. Eine bundesweite Übersicht finden Sie über den Bundesverband Autismus Deutschland e. V.

3. NAKOS — Bundesweites Verzeichnis

Die NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe) führt das vollständigste Verzeichnis aller Selbsthilfegruppen in Deutschland — auch zu Autismus. Eine sehr empfehlenswerte erste Anlaufstelle.

Welche Form passt zu Ihnen?

Selbsthilfe ist nicht eine Gruppe für alle. Es gibt sehr unterschiedliche Formate, die jeweils für andere Lebenslagen passen:

Erwachsene im Spektrum

Selbsthilfegruppen für autistische Erwachsene fokussieren typischerweise auf Themen wie Beruf, Beziehungen, sensorische Überlastung und Selbst-Identität. Manche Gruppen treffen sich in Präsenz, viele auch online (oft auf Discord oder Signal).

Eltern autistischer Kinder

Eltern-Treffen mit Erfahrungsaustausch, Antrags-Tipps, Therapeuten-Empfehlungen. Häufig regional organisiert über lokale Autismus-Vereine. Treffen tagsüber für Mütter, abends für Väter, oder gemischt.

Geschwister

Spezielle Geschwister-Treffen für Kinder und Jugendliche mit autistischem Bruder oder Schwester. Diese Form ist seltener — aber sehr wertvoll. Vermittlung oft über Sozialpädiatrische Zentren oder Lebenshilfe.

Online-Gruppen

Wer in der Region keine passende Gruppe findet, kann auf bundesweite Online-Communities ausweichen. Vorteil: anonymer, niedrigschwelliger, jederzeit verfügbar. Nachteil: weniger persönliche Bindung.

Antworten auf die häufigsten Fragen zur Selbsthilfe

Was kostet die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe?

In den meisten Fällen nichts. Selbsthilfegruppen sind ehrenamtlich organisiert. Manche Gruppen erheben einen kleinen Unkostenbeitrag (oft 1 bis 5 Euro pro Treffen) für Raummiete oder Getränke. Therapeutische Leistungen oder fachliche Anleitung müssen separat finanziert werden — das ist bei Selbsthilfe meist nicht der Fall.

Brauche ich eine offizielle Diagnose, um teilzunehmen?

Das ist von Gruppe zu Gruppe unterschiedlich. Viele Erwachsenen-Gruppen lassen auch Personen im Diagnose-Prozess oder mit Selbsteinschätzung teilnehmen. Bei Eltern-Gruppen ist eine Diagnose des Kindes meist nicht zwingend erforderlich. Wenn Sie unsicher sind: bei der Gruppe vorab fragen, jede ist offen für so etwas.

Was ist der Unterschied zu einer Therapiegruppe?

Eine Therapiegruppe wird von einem ausgebildeten Therapeuten geleitet, hat eine therapeutische Zielsetzung und wird in der Regel von der Krankenkasse bezahlt. Eine Selbsthilfegruppe wird von Betroffenen selbst organisiert, hat keine therapeutische Zielsetzung im engeren Sinn — sondern dient dem Erfahrungsaustausch — und ist meist kostenfrei.

Kennen Sie eine Gruppe in meiner Stadt?

Schreiben Sie uns über das Kontaktformular mit Ihrer PLZ und der Lebenslage (Erwachsene / Eltern / Geschwister) — wir vermitteln aus unserem Beratungsnetzwerk weiter. Alternativ ist die NAKOS-Datenbank der schnellste Weg.

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