Bis zu 80 Prozent aller autistischen Kinder und 50 Prozent der Erwachsenen im Spektrum haben Schlafprobleme. Einschlafschwierigkeiten, nächtliches Aufwachen und frühes Erwachen gehören zu den häufigsten Begleiterscheinungen. Schlechter Schlaf verstärkt Reizempfindlichkeit, Unruhe und Meltdowns am Tag.
Diese Seite erklärt die Ursachen und gibt evidenzbasierte Tipps für besseren Schlaf. Weitere Themen: Begleiterkrankungen, Selbstfürsorge und Autismus und Familie.
Studien zeigen, dass viele autistische Menschen weniger Melatonin produzieren oder es verzögert ausschütten. Der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus ist gestört.
Das Nervensystem autistischer Menschen ist oft noch Stunden nach einem reizintensiven Tag aktiviert. Geräusche, Licht oder taktile Empfindungen verhindern das Einschlafen.
Begleitende Angststörungen und die Tendenz, über Erlebnisse nachzugrübeln, halten wach. Besonders nach sozial anstrengenden Tagen ist das Abschalten schwer.
Immer die gleiche Abfolge: Zähneputzen, Pyjama, Geschichte, Licht aus. Visuelle Pläne helfen autistischen Kindern, die Routine zu verinnerlichen.
Verdunklungsvorhänge, weiße Geräusche oder Ohrstöpsel, schwere Decken (Gewichtsdecken), angenehme Bettwäsche. Jedes sensorische Profil ist anders.
Mindestens 60 Minuten vor dem Schlafen keine Bildschirme. Blaues Licht unterdrückt die Melatonin-Produktion zusätzlich.
Niedrigdosiertes Melatonin kann helfen, den Schlaf-Wach-Rhythmus zu regulieren. Besprechen Sie Dosierung und Zeitpunkt mit dem Kinderarzt oder Neurologen.
Studien zeigen, dass niedrigdosiertes Melatonin (0,5-3 mg) bei autistischen Kindern sicher und wirksam ist. Es sollte aber immer unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden.
Viele autistische Menschen berichten von verbessertem Schlaf mit Gewichtsdecken. Die Tiefendruckstimulation kann beruhigend wirken. Empfohlen wird ein Gewicht von ca. 10% des Körpergewichts.
Wenn Schlafprobleme trotz Schlafhygiene und Melatonin anhalten, kann eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein. Besonders wenn Schnarchen, Atempausen oder extreme Tagmüdigkeit auftreten.
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