Was jetzt für die Absicherung Ihres Kindes wichtig ist

Eine Autismus-Diagnose verändert vieles auf einmal. Die medizinische Seite wird meist gut betreut, die rechtliche und finanzielle Absicherung Ihres Kindes bleibt oft auf der Strecke, weil sie in den ersten Monaten unwichtig erscheint. Sie ist es nicht. Was Sie in den kommenden 12 bis 24 Monaten festlegen, entscheidet, wie gut Ihr Kind ein Leben lang abgesichert ist.

Diese Seite bringt die wichtigsten Schritte in eine klare Reihenfolge, damit Sie nicht alles auf einmal denken müssen. Sie richtet sich an Eltern kurz und mittelfristig nach der Diagnose und ergänzt die weiterführenden Seiten zu Behindertentestament und langfristiger Vorsorge.

6 Mo Phase 1

In den ersten sechs Monaten geht es um Wissen und um behördliche Grundlagen. Rechtlich müssen Sie noch nichts entscheiden.

18 Mo Phase 2

Zwischen Monat sechs und achtzehn wird die Vorsorge konkret. Testament, Vollmacht, Betreuungsverfügung stehen an.

24 Mo Phase 3

Nach zwei Jahren sollte die Basis stehen. Ab jetzt geht es um regelmäßige Prüfung und langfristige Vermögensplanung.

61.355 EUR Freibetrag

So viel Vermögen darf Ihr Kind aktuell in der Eingliederungshilfe besitzen. Wer diese Grenze kennt, plant gezielter.

Die ersten sechs Monate: Wissen und Struktur

In den ersten Monaten geht es weder um Testamente noch um Anwälte. Es geht darum, sich einen Überblick zu verschaffen und die behördlichen Grundlagen zu regeln. Wer diese Etappe ordentlich absolviert, hat die spätere Vorsorge deutlich leichter.

Diagnosepapiere und Verlaufsdokumentation

Sammeln Sie alle Diagnosepapiere, Arztberichte und Therapieempfehlungen an einem Ort. Legen Sie einen physischen und einen digitalen Ordner an, in dem Sie chronologisch dokumentieren. Diese Dokumentation ist die Grundlage für spätere Anträge auf Schwerbehindertenausweis, Pflegegrad und Eingliederungshilfe.

Kostenübernahme und Sozialleistungen

Klären Sie mit Ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme für Therapien. Beantragen Sie parallel den Schwerbehindertenausweis und prüfen Sie den Pflegegrad. Diese Anträge dauern häufig mehrere Monate. Je früher Sie starten, desto reibungsloser läuft die spätere Versorgung.

Beratungsstellen kennenlernen

Nutzen Sie diese Phase, um Beratungsstellen in Ihrer Region kennenzulernen. Wir helfen Ihnen dabei über unser Verzeichnis der Fachstellen. Für die rechtliche Vorsorge müssen Sie noch nichts entscheiden, aber Sie können bereits lesen und lernen.

Wo stehen Sie heute?

Bevor Sie in die nächste Phase gehen, machen Sie den Vorsorge-Check. Fünf Minuten, acht Fragen, ehrliche Rückmeldung. Der Check zeigt Ihnen, welche Bausteine schon sitzen und wo Sie ansetzen sollten.

Sind Sie vorbereitet?

Ein ehrlicher 5-Minuten-Check zur rechtlichen und finanziellen Vorsorge für Ihr Kind. Acht Fragen, konkrete Rückmeldung, keine Beratungsfalle.

  • Anonym, keine Anmeldung nötig
  • Persönlicher Ergebnisbericht optional per E-Mail
  • Drei konkrete nächste Schritte, keine Werbung

Zwischen sechs und achtzehn Monaten: Vorsorge konkret

Jetzt wird es konkret. Diese Phase ist der Zeitpunkt, an dem die wichtigsten rechtlichen Weichen gestellt werden. Wenn Sie bereits ein Testament haben, prüfen Sie es auf Kompatibilität mit einer Behinderung. Wenn nicht, ist jetzt der richtige Zeitpunkt anzufangen.

Behindertentestament aufsetzen oder anpassen

Ein Behindertentestament schützt das Vermögen Ihres Kindes vor der Anrechnung auf Sozialleistungen. Es kombiniert Vor- und Nacherbschaft mit Testamentsvollstreckung. Für eine wasserdichte Gestaltung brauchen Sie einen Fachanwalt für Erb- oder Sozialrecht. Auf unserer Seite Behindertentestament finden Sie die Grundlagen.

Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Regeln Sie zusätzlich, wer für Sie und für Ihr Kind entscheidet, falls Ihnen etwas zustößt. Die Vorsorgevollmacht überträgt Handlungsvollmacht an eine benannte Person. Die Betreuungsverfügung ist Ihre Wunschliste an das Betreuungsgericht. Im Idealfall ergänzen sich beide Dokumente.

Familiäre Kommunikation

Sprechen Sie familienintern über Ihre Regelung. Wer wird Ansprechpartner für Ihr Kind? Wer verwaltet das Vermögen? Wer trifft Betreuungsentscheidungen? Die beste Vorsorge nützt nichts, wenn im Ernstfall niemand weiß, was Ihr Wille war.

Warum eine Zustiftung Ihr Kind langfristig absichert

Eine Zustiftung an die Autismus-Stiftung sichert Ihr Kind über den Erbfall hinaus. Anders als ein einmaliges Vermächtnis arbeitet eine Zustiftung dauerhaft: Ein Drittel des Kapitals fließt jährlich in konkrete Förderung, zwei Drittel bleiben als Stiftungsvermögen erhalten. Ihr Beitrag wirkt über Generationen.

Zustiftung ansehen Behindertentestament verstehen

Nach 18 Monaten: Prüfung und langfristige Planung

Ab jetzt sollten die Basisdokumente stehen: Testament, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Testamentsvollstrecker. Notariell beglaubigt, familiär kommuniziert. Die Phase drei ist die Phase der Feinjustierung und der langfristigen Vermögensplanung. Wir empfehlen eine Prüfung Ihrer Vorsorge alle drei Jahre oder bei größeren Lebensereignissen.

Häufige Fragen nach der Diagnose

Wie schnell muss ich nach der Diagnose ein Behindertentestament aufsetzen?

Nicht überhastet. In den ersten Monaten geht es um Diagnose-Verarbeitung und Therapie-Start. Ein realistischer Zeitrahmen für das Behindertentestament sind 12 bis 18 Monate nach Diagnose. Wichtig: früh anfangen zu informieren, nicht früh entscheiden.

Was kostet ein Behindertentestament?

Notarielle Kosten hängen vom Vermögen ab und liegen typischerweise zwischen 300 und 1.500 Euro. Fachanwaltliche Beratung zusätzlich etwa 300 bis 800 Euro. Im Verhältnis zur langfristigen Absicherung ein sehr kleiner Betrag.

Reicht ein normales Testament nicht aus?

Nein. Ein normales Testament kann bewirken, dass Ihr Kind eine Erbschaft komplett in die Sozialhilfe einzahlen muss. Das Behindertentestament regelt genau das anders und schützt das Vermögen dauerhaft.

Was ist wenn ich keinen Partner oder keine Familie in der Nähe habe?

Genau dann ist Vorsorge besonders wichtig. Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Testamentsvollstrecker regeln, wer im Ernstfall entscheidet. Wir helfen Ihnen geeignete Personen oder Institutionen zu finden.

Muss ich einen Fachanwalt beauftragen?

Für ein wasserdichtes Behindertentestament ja. Allgemeine Anwälte kennen die Details des Sozialrechts oft nicht ausreichend. Wir vermitteln spezialisierte Anwälte in Ihrer Region.

Was ist der Unterschied zwischen Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung?

Die Vorsorgevollmacht überträgt einer benannten Person das Recht, im eigenen Namen zu handeln, ohne dass ein Gericht eingeschaltet werden muss. Die Betreuungsverfügung ist eine Wunschliste an das Betreuungsgericht. Beide Dokumente ergänzen sich.

Vertiefung

Behindertentestament

Die wichtigste rechtliche Säule verstehen. Mehr erfahren →

Sozialhilfe und Erbe

Vermögensfreibeträge, Schonvermögen, Rechenbeispiele. Mehr erfahren →

Kind absichern

Alle Vorsorge-Bausteine im Gesamtbild. Mehr erfahren →

Sie möchten die nächsten Schritte gemeinsam durchdenken? Wir hören zu.

Beratung anfragen