Wo Kinder und Jugendliche fachärztlich begleitet werden

Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) sind interdisziplinäre Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit komplexen Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten. Ein Team aus Ärztinnen, Psychologen, Therapeut:innen und Sozialpädagog:innen arbeitet unter einem Dach. Für viele Familien mit einem autistischen Kind ist das SPZ die erste umfassende fachärztliche Anlaufstelle.

Drei Säulen, ein Haus

Diagnostik

Strukturierte Abklärung von Entwicklungsverzögerungen, Verhaltensauffälligkeiten und Autismus-Spektrum, oft mit standardisierten Verfahren wie ADOS-2 und ADI-R.

Therapie

Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie, psychologische Begleitung und gegebenenfalls medikamentöse Behandlung, koordiniert im interdisziplinären Team.

Beratung

Sozialrechtliche Begleitung, Eltern-Schulungen, Vernetzung mit Schule, Jugendamt und Frühförderung. Die SPZ helfen, das Versorgungs-System zu verstehen.

SPZ finden

Vier zentrale Verzeichnisse für die Suche

Fachverband · DGSPJ, Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin

DGSPJ-Verzeichnis aller SPZ in Deutschland

Die DGSPJ pflegt das maßgebliche Verzeichnis aller anerkannten Sozialpädiatrischen Zentren in Deutschland, sortiert nach Bundesland. Wer ein SPZ sucht, sollte hier zuerst nachsehen. Die zentralen Häuser, die Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft sind, sind besonders gekennzeichnet.

Bundesarbeitsgemeinschaft · DGSPJ-Kommission

BAG der SPZ, qualitätsgesicherte Häuser

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der SPZ ist eine Kommission der DGSPJ und umfasst die leitenden Ärzt:innen der korporativ angeschlossenen Zentren. BAG-Mitglieder folgen einheitlichen Qualitätsstandards, was bei der Diagnostik komplexer Bilder wie Autismus zählt.

Berufsverband · Kinderärzte im Netz

Sozialpädiatrie-Adressen über Kinderärzte im Netz

Der Berufsverband BVKJ pflegt eine bundesweite Suche nach sozialpädiatrischen Adressen, mit Filter für Postleitzahl und Schwerpunkt. Praktisch, um SPZ und benachbarte sozialpädiatrische Praxen in einer einzigen Suche zu finden.

Krankenkassen-Übersicht · öffentliche Aufklärung

Kindergesundheit-Info, Erklärung für Eltern

Wer noch nie mit einem SPZ Kontakt hatte, fängt am besten hier an. Das Portal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erklärt verständlich, wann ein SPZ-Besuch sinnvoll ist und wie die Überweisung läuft. Ein guter erster Klick für unsichere Eltern.

Fragen, die wir oft hören

Wer überweist mein Kind in ein SPZ?

In der Regel die Kinderärztin oder der Kinderarzt. Eine Überweisung ist notwendig, weil das SPZ als „institutionelle Praxis“ abrechnet. Wartezeiten sind häufig hoch, daher früh anfragen.

Was kostet ein SPZ-Besuch?

Für gesetzlich Versicherte nichts. Die Leistungen werden vollständig über die Krankenkasse abgerechnet. Bei Privatversicherten muss die Abrechnungsfähigkeit vorab geklärt werden.

Wann ist ein SPZ die richtige Adresse?

Wenn mehrere Fachrichtungen gleichzeitig gefragt sind, also Kinderarzt, Psychologie, Logopädie und Sozialberatung zusammenarbeiten müssen. Bei einem einfachen Verdacht reicht oft die niedergelassene Praxis. Beim komplexen Autismus-Verdacht ist das SPZ häufig der bessere Weg.

Gibt es ein SPZ für Erwachsene?

Nein. SPZ sind ausschließlich für Kinder und Jugendliche, in der Regel bis zum 18. Lebensjahr. Erwachsene mit Verdacht auf Autismus wenden sich an universitäre Spezialambulanzen, die Sie über unsere Einrichtungsübersicht mit dem Filter „Diagnostik, Erwachsene“ finden.

Vertiefung

Diagnose Kind

Anlaufstellen und Ablauf. Mehr erfahren →

Frühförderung bei Autismus

Welche Förderung trägt. Mehr erfahren →

Hilfe finden

Anlaufstellen nach Bundesland. Mehr erfahren →

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